Energieausweis

Unterschiedliche Ausführungen des Energieausweises

Der Ausweis wurde auf der Grundlage der Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV) verpflichtend eingeführt. Es gibt jedoch unterschiedliche Ausführungen und verschiedene Termine. Grundsätzlich gibt er darüber Auskunft, wie viel Energie in einem Gebäude benötigt wird, was wiederum vom energetischen Zustand des Gebäudes abhängt. Mit ihm können Sie unkompliziert und bundesweit den Energiebedarf unterschiedlicher Gebäude miteinander vergleichen. Der Ausweis bildet eine Entscheidungshilfe und ist gleichzeitig Wegweiser für eine Modernisierung. Zudem verbessert eine gute energetische Qualität die Verkaufschancen einer Immobilie.

Die Energieausweispflicht gibt es für Neubauten schon seit 2002. Ebenso sind Besitzer von Bestandsgebäuden, die dieses neu vermieten oder verkaufen wollen, verpflichtet, einen Ausweis vorzulegen. Zum 01.07.2008 wurden für Bestandsgebäude folgende Fristen festgelegt:

  • 01.07.2002 bei Wohngebäuden, die bis 1965 fertiggestellt wurden,
  • 01.01.2009 bei Wohngebäuden, die nach 1965 fertiggestellt wurden,
  • 01.07.2009 bei Nichtwohngebäuden.

Keine Energieausweispflicht besteht

  • bei bestehenden Vertragsverhältnissen,
  • bei Gebäuden oder Wohnungen, welche nicht verkauft oder neu vermietet werden,
  • bei kleinen Gebäuden mit weniger als 50 Quadratmetern Nutzfläche,
  • bei Baudenkmälern, wenn die Vorgaben des Denkmalschutzes die Durchsetzung der Anforderungen der EnEV unmöglich machen,
  • bei Baudenkmälern, wenn die Anforderungen der EnEV die Substanz oder Erscheinung des Gebäudes beeinträchtigen und Maßnahmen unverhältnismäßig hoch wären.

Arten von Energieausweisen

Arten von Energieausweisen

Hier wird zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis unterschieden.

Der Verbrauchsausweis gilt für Bestandsgebäude und legt die Verbrauchswerte der letzten drei Jahre zugrunde. Er bewertet den Energieverbrauch abhängig vom Nutzerverhalten.

Der Bedarfsausweis ermittelt den Energiebedarf eines Gebäudes, egal wie es genutzt wird. Hier wird die energetische Qualität von Gebäudehülle und Anlagentechnik bewertet. Zudem werden die verwendeten Energieträger mit einbezogen und das Nutzerverhalten zugrunde gelegt. Dadurch wird ein objektiver Vergleich mit anderen Gebäuden möglich.

Die Verpflichtung, einen Bedarfsausweis zu erstellen besteht bei Gebäuden bis einschließlich vier Wohneinheiten, wenn der Bauantrag bereits vor dem 01.11.1977 gestellt wurde.

Eine Wahlmöglichkeit besteht bei Gebäuden bis zu vier Wohneinheiten, sofern die Anforderungen der ersten Wärmeschutzverordnung vom 11.08.1977 erfüllt wurden oder wenn der Bauantrag nach dem 01.11.1977 gestellt wurde. Ebenso besteht die Wahlfreiheit bei Gebäuden, die mehr als vier Wohneinheiten haben sowie bei Nichtwohngebäuden.

Bewertung und Gültigkeit

Bewertung und Gültigkeit

Die Bewertung auf dem Energieausweis erfolgt mittels eines Farbbandes, auf dem die Farben fließend von Grün über Gelb hin zu Rot wechseln. Grün bedeutet, dass das Gebäude wenig Energie benötigt, während Rot für eine ganz schlechte Energiebilanz steht. Seit dem 01.05.2014 kommt die Benennung von Energieeffizienzklassen beginnend bei „A+“ bis „H“ hinzu. Je weiter hinten die Effizienzklasse im Alphabet liegt, umso schlechter ist die Gebäudeenergiebilanz.

Der Ausweis ist zehn Jahre gültig. Führen Sie nach seiner Ausstellung eine Sanierung durch, sollten Sie ihn aktualisieren lassen, da sich mit jeder Sanierung die Einstufung verbessern kann. Nur Verbrauchsausweise, die vor dem 01.10.2007 ausgestellt wurden, verlieren ihre Gültigkeit am 30.10.2014.

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